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Ende August bin ich in Fukuoka
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Ausflug II: Kobe

Unsere zweite große Reise haben wir mit Milans Japanischlehrerin angetreten. Wir sind mit ihr (Emiko) und ihren beiden Eltern an einem Morgen sehr früh abgedüst. Man sollte jedoch vielleicht wissen, dass Emiko etwas breiter als gewöhnlich ist. Das Auto war auch nur ein 5-Sitzer und ich durfte während der ganzen Woche in der Mitte sitzen, da Milan sich für mich eingesetzt hat, dass ich mitdarf. Der Mittelsitz hatte aber nicht mal eine Kopfstütze und der Sitz war an sich auch etwas speziell, aber egal, habs ja überlebt.

Allerdings wars ziemlich knapp, wie ich während der Nacht festgestellt habe. Emikos Fahrkünste sind nicht die Besten, kann jetzt auch das Vorurteil verstehen, dass Asiaten nicht Auto fahren können haha. War echt gefährlich, sie konnte nicht mal geradeaus fahren, ist die ganze Zeit abgedriftet, kein Schulterblick auf der Autobahn, einfach rübergezogen. Scharf war auch, dass sie es nicht mal selber gemerkt hat! Auch gut war, dass wir circa alle anderthalb Stunden eine Pause gemacht haben, damit der Vater (circa 75) aufs Klo gehen kann. Dann hat er auch gleich noch eine geraucht und dann schön zurück ins Auto neben mich. Mein einziger Wunsch war es, endlich zu schlafen, aber das wurde mir, neben den unguten Vorbedingungen und den eben geschilderten, noch erschwert, da mich der Vater auch noch die ganze Zeit zugequatscht hat. Ich glaube, es war sogar ganz interessant, aber ich habs einfach nicht verstanden. Erstens natürlich wegen dem Japanisch, aber dann auch, weil ich einfach müde war und er so rumbrubbelt. Manchmal hat er mir erzählt, dass da drüben ein berühmter Tempel ist, ich gugg hin, seh nur schwarz, da es nachts ist, nicke und tue interessiert, da ich ja höflich sein wollte. Später hab ich versucht, mit Augen zu meinen Schlaf zu simulieren. Fehlgeschlagen. Danach hab ich mir noch zusätlich die Ohrstecker von meinem MP3-Player reingemacht, half auch nichts. Einfach mega Horror! Aber irgendwann kamen wir ja an…

Unsere erste Station war Kobe, eine relativ große Stadt die aber vor fast 15 Jahren von einem ganz schrecklichen Erdbeben heimgesucht wurde, wo ca. 3000 Menschen gestorben sind. Spuren davon sah man aber gar nicht mehr, alles wieder aufgebaut. Haben zuerst unser Hotel gesucht und danach irgendwas anderes, aber ich hatte keine Ahnung was, so wie eigentlich die ganze Zeit. Immer haben Emiko und die Mutta irgendwas gesucht und ich hab nicht verstanden was, echtn Traum. Irgendwann schienen sie aufgegeben zu haben, wir sind was essen gegangen und dann gings auch gleich los (ohne Pause und Schlaf nach über 10 Stunden Fahrt) zum Kobe Tower.

War nach so ner Horrorfahrt natürlich in Hochstimmung, aber die sollte sich die Fahrt über noch bessern. Aber erst stand mal ein Tag mit dem Rentnerpärchen aufm Plan, da Emiko in Kobe etwas geschäftlich zu erledigen hatte. Superstart! Dann hat sich auch noch Otosan (jap. für Vater) ans Steuer gesetzt. Ich dachte ja, Emiko fährt schon schlecht, aber das war kein Vergleich zu ihrem Vater. Manchmal ist er auch auf der Autobahn gefahren, das ging ja noch, aber in der Stadt… sowas hab ich noch nicht erlebt und gerade so ÜBERlebt. Er hat einfach gar nichts mehr mitgekommen. Zum Beispiel will er auf der Kreuzung einmal rechts abbiegen, muss aber warten. Nein, Otosan nicht. Er pirscht sich dann doch wirklich so ruckweise bis auf die Spur der geradeausfahrenden Autos vor, bis wir da zur Hälfte draufstehen. Ich seh nur einen Riesen-LKW auf mich zurasen und denk „das wars…“ – schwer Spannung aufzubauen, da ihr ja alle noch wisst, dass ich lebe. Aber war knapp, er ist dann hupend auf die zweite Spur abgebogen, was aber auch für ihn gefährlich war, weil da ja auch andere Autos fuhren.

Dann gings auch gleich auf nen Berg hinauf. Der erste Tag war echtn Hammer, aufn Berg fahren ist ja schon schwierig und dann gleich mit Otosan. Hab mich mehrmals im Abgrund gesehen. Aber gut, hoffe ihr habt jetzt nen Eindruck von den Fahrkünsten bekommen, später komme ich noch zur Mutti.

Auf jeden Fall fuhren wir dann auf diesen Berg, der Aussicht wegen, habens erst nicht gefunden, das lag aber nicht am Navi sondern eher an der Navigation der Eltern. Der Navi sagt „In 250m rechts abbiegen!“ – was macht Otosan? Biegt sofort rechts ab. (Ein Glück hat er wenigstens auf eine Straße gewartet und nicht gleich den nächsten Graben angesteuert.)

Irgendwann waren wir dann an der Aussichtsplattform, sehr schön. Das hat den Eltern aber nicht gereicht! Es ging dann zu ner Station, wo man mit einer Art Eisenbahn hochfahren konnte, die fuhren alle 30 Minuten. Wir mussten 20 Minuten warten, also sind Milan und ich schnell aufs Klo. Als dann die Bahn kam, sind Milan und ich schnell rein. Wir drehen uns um, um die beiden zu rufen, doch wo war Otosan? Er hatte sich gerade dazu entschieden aufs Klo zu gehen, als die Bahn gerade kam! Natürlich waren unsere Tickets schon entwertet, SCHEIß Pech haha. Er kam natürlich als die Bahn schon lange weg war, ganz gemütlich ausm Klo geschlendert. Insgesamt wars aber dann auch wieder lustig! (Sorry, muss manche Szenen einfach ausführlich berichten, damit ihr mich versteht.)

Dann gings hoch aufm Berg, nocheinmal die Aussicht genießen, noch einmal Fotos machen und wieder runter – dachten wir. Falsch! Otosan und Okasan (also Vater und Mutter – so hat Emiko sie manchmal genannt) hatten sich dazu entschlossen, dass sie gerne Kobe bei Nacht sehen würden, das heißt circa 2 Stunden auf dem Berg warten. Haben uns dann dort in ein „gemütliches“ Café gesetzt und eben gewartet. Dann wars auch irgendwann 6 Uhr, raus, Fotos gemacht und runter. Mit dem Auto und mehreren Beinahtoden gings dann ENDLICH ins Kapselhotel.

Sehr merkwürdig, dass das von euch keiner kennt, ich dachte, dafür wäre Japan berühmt! Ich zumindest fand es echt super gemütlich und gab auch kostenlos fernsehen. Es ist generell sehr praktisch, so ne Kapsel. Ich dachte aber immer, dass man diese Tür vorne hermetisch abriegelt und dann erstickt, ist aber nicht so. Da ist nur ein simpler Vorhang zum runterziehen und eine Lüftung drinne.

Ihr glaubt, jetzt kann ich in meine Kapsel kriechen? Nein nein, für die Japaner war natürlich noch lange nicht Schluss.

Die beiden wollten sich noch eine Illumination angucken, also so ne Art Lichtershow. Was da auf den Straßen abging war echt unglaublich, mega viele Menschen, aber die Japaner haben solche Menschenmassen echt gut im Griff, überall Polizisten, die die Menschen aber nicht rumscheuchen sondern stets freundlich und ruhig Anweisungen geben und an sich muss man immer nur den Weg folgen. Auch ist besser, dass man wie in Deutschland nicht einfach nur an einer mega Schlange ansteht sondern immer in Bewegung ist, weil die die Menschen um ganze viele Häuserblocks leiten, bis man schließlich ankommt. So haben wir gleich noch was von der Stadt gesehen, auch wenn meine Beschreibung bestimmt grad keiner verstanden hat haha.

Haben dann noch was gegessen und dann gings (mit unsren Anweisungen) nach Hause, nachdem uns Okasan fast wieder in genau die falsche Richtung geschickt hätte. Echt super, ich denke immer, ich kann den Japanern vertrauen, weil das ja immerhin ihr Land und ihre Sprache, aber nichts da.

Zuhause konnte ich endlich in meine Kapsel, vorhang runter und oyasumi (gute nacht).

20.1.10 09:58
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papa (20.1.10 17:37)
Spannende Geschichte. Weiter so!

Gruss Papa


Nico (21.1.10 13:48)
(Ein Glück hat er wenigstens auf eine Straße gewartet und nicht gleich den nächsten Graben angesteuert.)
das is echt das beste zitat hieraus :D
das hier is schrecklich aber lustig udn dadurch kannte ich auch die kapselrestaurants :D
http://www.youtube.com/watch?v=rakazl1jhyU die kommen da irgendwie vor. der is schon ein schrecklicher ausländer und ein arsch aber irgendwie


nico (21.1.10 13:49)
mist ich merke gerade das is net drauf auf dem link aber hey bei der show wars da hat er sich als gabel verkleidet und die leute in den boxhotels geweckt um für die gabel zu werben eigentlich ein ziemlicher wichser aber irgendwie auch lustig


Jussi (4.2.10 04:04)
Haha!also das tut mir ja echt leid fuer dich, was du da erleben musstest mit dem autofahren, dem rauchen und dem nicht schlafen koennen, aber ich musste so lachen als ich das gelesen hab... oh man
haette auch zu gerne noch gelesen wie die mutter gefahren is... hihi!aber bin trotzdem froh,dass dus ueberlebt hast!aber jetzt stell dir ma vor, du haettest im auto die ganze zeit yvonne hoeren muessen, das waere doch der sichere tod gewesen,oder?

freue mich schon auf deinen naechsten bericht^^

hdl

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